Umbauten Orgel_Grau_600_blau_klein

Die Umbauten der Orgel im Laufe der letzten 150 Jahre

1900

Erneuerung der alten Balganlage durch die Firma Weigle und Ausstattung mit einem elektrischen Gebläse. Die mechanischen Blasebälge blieben weiterhin benutzbar. Das elektrische Gebläse befindet sich heute im Kirchturm auf gleicher Höhe wie die Orgel.

1922

Erste grössere klangliche Eingriffe. So wurde die Stimmhöhe verändert (auf heute ca 442 Hz) und einzelne romantische Register wie die Rohrfloete 4’ und Quinte 2 2/3’ gegen eine Aeoline 8’ und Vox coelestis ausgegetauscht. Um die Umbaukosten niedrig zu halten wurden auf Weigle’s Vorschlag hin, die grossen Zinnpfeifen (C-F) der Register Voila di Gamba, Salicional, Octav 4’ und Principal 16’(c1-f1) ausgebaut(verkauft) und durch billige, aluminierte Zinkpfeifen ersetzt.

1960

Blick in den Kirchenraum vor der großen Renovation 1960Im Zuge der grossen Kirchenrenovation wurden das historische Gehäuse und der alte, aus 7 Rundbogenfeldern bestehende Prospekt zerstört und durch eine moderne Ausführung ersetzt. Die Orgel wurde ohne Rückwand direkt am Turm aufgestellt. Während der Heizperiode im Winter treten dadurch folgende Effekte ein: zum einen kühlt sich die Luft an der kalten Turmwand ab, fällt nach unten und tritt zwischen den Tasten (die ist die einzige Öffnung, aus der die Luft austreten kann) im Spieltisch aus. Zum anderen wird, da das elektrische Gebläse im Turm untergebracht ist, kalte Luft in die “warmen” Windladen und Pfeifen geblasen was zur Bildung von Kondenswasser und zur generellen Verstimmung der Orgel während der Heizperiode führt.

Die Orgelempore wurde um 50% verkleinert, was heute zu erheblichen Platzproblemen bei der Aufführung von Orchestermessen führt.

Ein weiterer Austausch der Terzmixtur und zusätzlicher 6 romantischer Register gemäß dem Zeitgeschmack wurde vorgenommen was zwangsweise die Reduktion des Winddruckes erforderlich machte. Dies führte zum Nebeneffekt einer heute unzureichenden Klangstärke der Orgel. Der Wiedereinbau der alten Mechanik am Ende der Kirchenrenovation erfolgte in teilweise fachlicher Unkenntnis einer sachgemässen Behandlung der historischen Kegellade. Als Folge davon ist das Instrument mit einem Tastendruck von 550 g pro Taste im Hauptwerk heute sehr  schwergängig und das Spiel virtuoser Orgelliteratur dadurch unmöglich. Diese, den Orgeln mit Kegelladen-Technik imanente Schwergängigkeit war mit einer der Gründe, weshalb diese Art von Orgel im Laufe der Zeit immer mehr zum Teil erheblich verändert und oft sogar abgebrochen und zerstört wurden.

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